Zitiert: Warum KI nicht lügen kann

Weil lügen Absicht voraussetzt, eine Intention. Wer lügt, weiß oder ahnt, dass etwas nicht stimmt, und sagt es trotzdem. Eine KI hat diese Absicht nicht. Sie verfolgt kein eigenes Ziel im menschlichen Sinn. Darum ist schon der Begriff Künstliche Intelligenz ein bisschen irreführend. […]

Oft ist KI eine statistische Auswertung menschlicher Äußerungen. Solche Systeme lernen aus riesigen Textmengen, welche Wörter, Sätze und Muster wahrscheinlich zusammengehören. Daraus können sie hervorragend Sätze bauen. Nur: Eine Instanz, die Bedeutung wirklich versteht, sitzt da nicht im Inneren. […]

Wenn ein System dafür belohnt wird, möglichst oft eine präzise Antwort zu liefern, dann antwortet es. Es wird nicht automatisch dafür belohnt zu sagen: »Das weiß ich nicht.« Das ist wie beim Multiple-Choice-Test: Wenn man keine Ahnung hat, setzt man trotzdem ein Kreuz. […]

Größere Modelle haben mehr Material und mehr Möglichkeiten, um ein Problem herumzudenken. Das kann helfen. Es kann aber auch zu noch plausibleren Fantasieantworten führen. Dann bekommt man eindrucksvolle Erklärungen – und sie sind frei erfunden.

Steffen Schmidt, nd-aktuell.de, 09.07.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)