Collien Fernandes präzisiert, es gehe bei den Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen nicht um KI-generierte „Deepfakes“. Dabei wirkte bisher alles so. Was vor allem daran liegt, wie der „Spiegel“ Fernandes‘ persönliche Geschichte erzählt hat. Ungenaues Framing aber schadet der notwendigen Diskussion über digitale Gewalt und tatsächliche Deepfakes. […]
Das Problematische an dem „Spiegel“-Text ist, dass man ihn so genau lesen und auf semantische Feinheiten achten muss. Nicht, was die Kernvorwürfe betrifft, die werden durch Ulmens Medienanwalt bisher auch nicht bestritten. Aber die dramaturgische Konstruktion des Textes lässt viel Raum für Interpretation, wenn es um Deepfakes geht. […]
Dass Fernandes nun präzisieren muss, worum es geht, ist auch ein Einfallstor. Natürlich gibt es Leute, die sie nun der Lüge bezichtigen und die ganze Geschichte in Zweifel ziehen. Es gibt auch Leute (und Wutportale wie „Nius“), die eine große Kampagne in Kooperation mit der Bundesregierung insinuieren, in die sich der „Spiegel“ habe einspannen lassen. Das ist alles überzogen. Aber es zeigt, dass es schadet, nicht genau zu sein: Collien Fernandes, dem „Spiegel“ und vor allem der notwendigen Debatte über digitale Gewalt und über Deepfakes. Denn die gibt es ja, und sie sind ein gewaltiges Problem.
Boris Rosenkranz, Übermedien, 31.03.2026 (online)

