Zitiert: Warum der Kinderkanal weiter linear senden muss

Der Medienstaatsvertrag für die Reform von ARD und ZDF, der derzeit in den Länderparlamenten beraten wird, sieht vor, dass die öffentlich-rechtlichen Sender bis 2033 ihre Spartenkanäle ins Internet überführen sollen. Das gilt auch für den gemeinsamen Kinderkanal von ARD und ZDF, den Kika. Medienpädagogen sehen das kritisch. […]

Durch die Abschaltung ließen sich 880.000 Euro pro Jahr sparen. Das ist gemessen am Gesamtbudget des Kinderkanals von 100 Millionen Euro weniger als ein Prozent. […]

Die Medienwissenschaftlerin Maya Götz sieht die Abschaltung der terrestrischen Kika-Ausstrahlung ähnlich kritisch: „Gegen den Abruf einzelner Sendungen in einer Mediathek hat die strukturierende Kraft eines linearen Angebots kaum eine Chance, vor allem, wenn die Suche danach auf einer ARD-ZDF-Mediathek mehr Aufwand bedeutet.“ Je mehr sich Kinder an die fragmentierte Nutzung einzelner Sendungen gewöhnten, desto herausfordernder werde es, sie an Programme heranzuführen, die sich von den „leicht zu konsumierenden Angeboten mit ‚Abhängigkeits-Faktor‘ unterscheiden“.

Tilmann P. Gangloff, epd medien, 26.06.2025

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)