Boulevard und Bewegtbild gehen eigentlich Hand in Hand. Doch als der damalige Chefredakteur Julian Reichelt „Bild Live“ startete, endete das im Chaos. Eine Studie erklärt nun aus nächster Nähe, was in der Redaktion geschah. […]
Zu schlechte Organisation, zu wenige Leute für diese riesige Aufgabe, für die sie nicht richtig ausgebildet wurden. Fast alles sollte bei Bild auf einmal trimedial laufen, Reporter sollten gleichzeitig Videogeschichten liefern, sie für die gedruckte Zeitung schriftlich aufbereiten und, um alle Ausspielwege zu bedienen, einen Fotografen, einen Kameramann und einen Cutter organisieren. […]
In einer „originären Führungsaufgabe, der Anpassung der Arbeitsorganisation“, erkennt der Medienforscher Lilienthal eindeutig Probleme […]
Das gröbste Problem von „Bild Live“ war und blieb: Es interessierte das Publikum nicht. Die Quoten dümpelten im Tagesschnitt bei 0,1 bis 0,2 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe.
Aurelie von Blazekovic, sueddeutsche.de, 12.01.2026 (online)

