Ich persönlich glaube nicht, dass durch Verschärfungen des Verbots der Presseähnlichkeit neue Abonnenten für die Zeitungen gewonnen werden können. Vielmehr beobachten wir bereits jetzt bei den Anstalten Tendenzen, die Neuregelung zu umgehen, etwa durch die verstärkte Produktion von Videoinhalten, auf die dann in Texten Bezug genommen werden kann. Dieses regulatorische Katz- und Maus-Spiel verursacht zusätzliche Kosten für den Beitragszahler und hilft uns auf Dauer nicht weiter. Der Beitragszahler wird am Ende nur schwer von einer künstlichen Verschlechterung des Angebots des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei gesteigerten Kosten zu überzeugen sein. Mindestens genauso schwer wiegt für mich, dass durch die Vorschriften zur Presseähnlichkeit nicht das Kernproblem der Verlage, die Etablierung nachhaltiger Geschäftsmodelle im Netz, gelöst wird. Hier ist es meiner Ansicht nach viel wichtiger, die Bedrohung der Einnahmesituation der Verlage durch die KI-Overviews der Plattformen regulatorisch einzuhegen.
Andreas Handschuh, medienpolitik.net, 19.01.2026 (online)

