Zitiert: Verbot der Presseähnlichkeit

Ich persönlich glaube nicht, dass durch Verschärfungen des Verbots der Presseähnlichkeit neue Abonnenten für die Zeitungen gewonnen werden können. Vielmehr beobachten wir bereits jetzt bei den Anstalten Tendenzen, die Neuregelung zu umgehen, etwa durch die verstärkte Produktion von Videoinhalten, auf die dann in Texten Bezug genommen werden kann. Dieses regulatorische Katz- und Maus-Spiel verursacht zusätzliche Kosten für den Beitragszahler und hilft uns auf Dauer nicht weiter. Der Beitragszahler wird am Ende nur schwer von einer künstlichen Verschlechterung des Angebots des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei gesteigerten Kosten zu überzeugen sein. Mindestens genauso schwer wiegt für mich, dass durch die Vorschriften zur Presseähnlichkeit nicht das Kernproblem der Verlage, die Etablierung nachhaltiger Geschäftsmodelle im Netz, gelöst wird. Hier ist es meiner Ansicht nach viel wichtiger, die Bedrohung der Einnahmesituation der Verlage durch die KI-Overviews der Plattformen regulatorisch einzuhegen.

Andreas Handschuh, medienpolitik.net, 19.01.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)