Denn von 6 Millionen Asservaten aus den Epstein- und Maxwell-Verfahren sind nur 3,5 Millionen nun veröffentlicht, viele davon geschwärzt und die Auswahl gedoktert. Sodass man mit Fug sagen kann: Höchstens die Hälfte ist zugänglich. Wer sie analysiert, macht sich zum Komplizen beim Gesetzesbruch des „Departement of Justice“, und zum nützlichen Idioten seines spins. Wer sie nicht analysiert, ist ein schlechter Journalist. Mach’ was. Sicher ist also nur, was man vorher schon wusste: Es ist ein monströses Monument von Korruption, Zuhälterei, Sexualverbrechen und politischen Zwecken, die damit betrieben wurden. Ich kriege schon investigative Ladehemmung, wenn sich jetzt auf Prinzessin Mette-Marit, Sarah Ferguson und andere Frauen gestürzt wird, wegen der unabweisbaren Vermutung, dass genau das die Absicht der Herausgeber ist.
Friedrich Küppersbusch, taz.de, 08.02.2026 (online)

