Die Flut KI-generierter Bilder im Netz häuft sich – gerade bei aktuellen und Aufsehen erregenden Ereignissen. Zugleich haben die Medien einen steigenden Druck, aktuelle Ereignisse medial schnell abzubilden. Um das nötige Material dafür zu recherchieren und zu verifizieren, braucht es bessere Fact-Checking-Skills und passende Tools.
Diese Erkenntnis setzt sich meiner Wahrnehmung nach gerade erst in den Redaktionen durch. Dass es dringend neue Strategien braucht, wird inzwischen an immer mehr Stellen schmerzhaft deutlich.
Eine könnte sein: Bild- und Videomaterial grundsätzlich als potenziell gefälscht anzusehen – also: Keiner Aufnahme mehr zu trauen. Bis das Gegenteil bewiesen und ein Bild oder ein Video technisch verifiziert ist. Dieser Ansatz dauert im Zweifel und reduziert das mögliche Material enorm.
Eine andere Strategie könnte sein, dass wir als Journalist:innen und Reporter:innen wieder mehr vor Ort sein müssen. Klingt banal, ist aber mächtig. Denn je stärker wir wieder als Augenzeugen persönlich vom Ort des Geschehens berichten, umso glaubwürdiger werden wir.
Nur leider ist die Vor-Ort-Berichterstattung natürlich etwas, dass viel Geld kostet und in der Regel auch etwas länger dauert. Einen Korri in die weit entfernteste Ecke Russlands zu schicken ist aufwändig und braucht Zeit – mal eben Social-Media-Videos fur die Berichterstattung zu nutzen, geht natürlich viel schneller.
Isabel Lerch, 18.02.2026 (online)

