Zitiert: Umfrageforscher warnen vor falschen Bildern

Immer mehr Online-Umfragen liefern schnelle Antworten auf politische Fragen. Doch ihre Ergebnisse sind häufig kaum verallgemeinerbar.

Meinungsforschung ist zu einem täglichen Ritual geworden. Kaum taucht ein Thema auf der politischen Agenda auf, liefern Medien bereits Zahlen darüber, was die Bevölkerung angeblich denkt. Doch bei einem wachsenden Teil dieser Umfragen ist die Aussagekraft fraglich.

Davor warnt die European Survey Research Association (ESRA) in einer aktuellen Stellungnahme. Ulrich Kohler, Professor für Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Potsdam und an der Stellungnahme beteiligt, sieht die Qualitätsstandards der Umfrageforschung seit längerem erodieren (Deutschlandfunk).

Das zentrale Problem liegt in vielen Online-Umfragen. Entscheidend ist dabei nicht, dass eine Befragung im Internet stattfindet, sondern wie ihre Teilnehmer ausgewählt werden.

Bei einer Zufallsstichprobe muss grundsätzlich jedes Mitglied der untersuchten Bevölkerung eine bekannte Chance haben, ausgewählt zu werden. Bei vielen Online-Panels melden sich die Teilnehmer dagegen selbst zur Teilnahme an. Bestimmte Bevölkerungsgruppen können dadurch über-, andere unterrepräsentiert sein. […]

Entscheidend wären Informationen darüber, wie die Teilnehmer ausgewählt wurden und mit welcher Unsicherheit die Ergebnisse behaftet sind

Andrej Simon, Telepolis, 14.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)