Der UKW-Ausstieg in der Schweiz ist offiziell gestoppt. Das BAKOM hat die Ausschreibung für neue Funkkonzessionen ab 2027 gestartet.
Die Ära des UKW-Radios in der Schweiz geht in die Verlängerung. Basierend auf einem Parlamentsentscheid vom Dezember 2025, der die ursprünglich geplante Abschaltung per Ende 2026 stoppte, hat das BAKOM nun die Rahmenbedingungen für die Zukunft definiert. Die neuen Konzessionen gelten ab Januar 2027 und laufen bis Ende 2031. […]
Der Weg zurück zum analogen Radio ist das Ergebnis einer intensiven medienpolitischen Kontroverse. Auslöser war die Sorge privater Radioveranstalter, durch eine zu frühe Abschaltung signifikante Hörerschichten an ausländische Konkurrenzsender zu verlieren, die UKW weiterhin nutzen. Auch die SRG-Sender, die UKW bereits Ende 2024 eingestellt hatten, verzeichneten laut Berichten spürbare Hörer-Verluste.
Die SRG selbst steht nun vor einem finanziellen Dilemma. Eine Wiedereinführung der UKW-Verbreitung wird von der Generaldirektorin Susanne Wille als „Schritt in die falsche Richtung“ gewertet, da innerhalb der nächsten zehn Jahre Kosten von rund 150 Millionen Franken anfallen würden – Mittel, die im Programm fehlen. Dennoch bereitet sich die Rundfunkanstalt auf die politische Entscheidung zur Rückkehr vor, um die flächendeckende Versorgung zu gewährleisten.
Manuel Weis, digitalfernsehen.de, 30.5.2026 (online)

