Zitiert: Relevante Medien vernetzen sich in Europa nicht

In einer idealen Welt wäre spätestens am 5. November 2024, Tag der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, ein Ruck durch Europa gegangen. Die relevanten Medien in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen hätten sich vernetzt, um ein gemeinsames europäisches Bewusstsein zu schärfen. Miosga, Lanz, Illner, Maischberger hätten debattieren lassen, was europäische Identität bedeutet und wie sich dieser europäische Wesenskern in die politische Praxis übertragen lässt.

Brauchen wir eine gemeinsame europäische Armee, um unabhängig vom großen Bruder USA zu werden? Müssen wir die Europäische Union demokratisch vollenden, also einen Präsidenten oder eine Präsidentin wählen, eine Person also, die mächtiger ist als der Bundeskanzler? Oder provokant gefragt: Funktioniert Europa besser als loser Bund von Nationalstaaten, kann also „Brüssel“ als politisches Zentrum weg? Große Themen sind das für Talkshows. Sie haben leider nie stattgefunden.

Wie in einer Netflix-Serie gibt der US-Präsident die Debattenlage in Europa vor.

Josef Kelnberger, sueddeutsche.de, 11.01.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)