Trotz des Reformstaatsvertrags gibt es weiterhin ein aufgeblasenes Programm-Potpourri, allein der WDR finanziert 600 Angebote. Unverändert wird das Mantra der „Vielfalt“ beschworen, wird „Planungssicherheit“ gefordert, die merkwürdigerweise nur mit Geldvermehrung erreicht werden kann.
Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks heißt Grundversorgung. Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung sind dessen integrale Bestandteile. Gehören die 152 Millionen Euro, die ARD und ZDF für die Übertragungsrechte von 60 Spielen der Fußball-WM zahlen, in diesen Anforderungskosmos? Wenn ARDaktuell zugleich das Ressort Wissen der „Tagesschau“ abschaffen will.
Keine Frage, nicht jede Sendung, die einem persönlich nicht gefällt, ist ein Verstoß gegen den Programmauftrag. Mit den öffentlich-rechtlichen Leistungen in Fernsehen, Radio und Online ist blöder zu werden einfacher als schlauer.
Joachim Hubert, tagesspiegel.de, 30.06.2026 (online)

