Zitiert: Plebiszite gehen nicht immer so aus, wie Populisten sich das wünschen

Wenn öffentlich-rechtliche Sender verschwinden, besteht die Gefahr, dass Kanäle noch mehr Einfluss gewinnen, für die Politik nicht Partizipation ist, sondern Spektakel, Propaganda und Lügerei. Die Menschen in der Schweiz haben sich bei der Volksabstimmung gegen so eine Entwicklung gewehrt. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass Plebiszite nicht immer so ausgehen, wie Populisten sich das wünschen. Das Volk gilt, ohne dass man das laut sagt, in Deutschland gern als „zu dumm“ für Sachentscheidungen. Wenn man hierzulande eine Ergänzung der repräsentativen Politik durch plebiszitäre Elemente vorschlägt, erntet man daher einen Aufschrei: Willst du die Demokratie der Straße, dem Internet und Tiktok ausliefern? Es könnte aber gut sein, dass Plebiszite, gut und sparsam dosiert, ein Rezept sind gegen die vermeintliche Dummheit. Vorbild Schweiz.

Heribert Prantl, sueddeutsche.de, 18.03.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)