Plattformen wie Instagram oder Youtube entziehen sich jeder gesetzlichen Kontrolle, weil sie ihren Daten geheim halten. Das muss sich ändern, sagt der Datenforscher Simon Mayer. Er hat ein paar Vorschläge. […]
Sein Forscherteam hat festgestellt, dass rund die Hälfte der öffentlich sichtbaren Inhalte der Plattformen über die offiziellen Forschungskanäle nicht abrufbar sei, bis zu 83 Prozent der Metadaten werden herausgefiltert. Das Problem sei, dass die Plattformen ihre vom Gesetz aufgegebene Rechenschaftspflicht selbst verwalten. Solange das so bleibe, werde der Digital Services Act sein Potential nicht entfalten. […]
Mayers Forschungsgruppe stellte drei Forderungen an die entsprechende Gesetzgebung: Sie sollte genauer definieren, wie „Transparenz“ ausgestaltet sein muss. Plattformen müssen Mechanismen anbieten, die es Nutzern erlauben, die Kontrolle über das Nutzungserlebnis zurückzuerlangen. Und die Kontrolle muss deutlich verstärkt werden. […]
Eine der grundlegenden Beschränkungen juristischer Instrumente bestehe darin, dass ihr Fokus darauf liege, die Überwachung des Status quo zu ermöglichen, anstatt Experimente mit Alternativen zu fördern. Dafür sei eine gesetzliche Regelung erforderlich, betont er. „Demokratische Gesellschaften – nicht die Plattformen selbst – sollten die Bedingungen setzen, unter denen Systeme betrieben werden, die den öffentlichen Diskurs formen.“
Helmut Hartung, faz.net, 09.06.2026 (online)

