Zitiert: Nix gecheckt trotz Faktencheck

Das Funk-Format „Fakecheck“ will „Bullshit“ auf Social Media aufklären. Doch die Faktenchecks verlieren sich immer wieder so sehr in aufregenden Recherche-Storys und unnötigen Details, dass sie dabei verpassen, die eigentliche Frage zu beantworten. […]

„Fakecheck“ gehört zu Funk, dem Jugendangebot von ARD und ZDF, und wird vom MDR verantwortet. […]

Das „Fakecheck“-Versprechen lautet daher: „Wir recherchieren ergebnisoffen und differenzieren für euch, wir haken nach und konfrontieren. Besonders dort, wo es unbequem wird.“ Dabei würden „alle relevanten Rechercheschritte“ gezeigt und „ausgewogen und nuanciert“ erzählt.

Das ist ein ziemlich hoher Anspruch für ein Format, dessen Videos meist keine Minute lang sind. Mehr ist nämlich nicht drin. […]

Dass Faktenchecks auf Social Media auch ohne emotionsgeladene Inszenierung funktionieren, zeigt das Format „Moment mal“ des Deutschlandfunks. […]

Anschließend liefert „Moment mal“ aber Fakten, die über „wahr“ und „falsch“ hinausgehen und relevanten Kontext liefern, um den zugrundeliegenden Sachverhalt wirklich zu verstehen. Und all das ohne wichtigtuerische Details, wie die Redaktion das recherchiert hat. Zudem sind die Videos klar und knapp formuliert und betreffen eine große Bandbreite an Themen. Aber vor allem sind danach die wichtigsten Fragen auch wirklich geklärt.

Johanna Bernklau, Übermedien, 30.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)