Zäsur in der Medienregulierung: In der Politik wird diskutiert, die Kompetenzen der Landesmedienanstalten auch auf die Presse auszuweiten. Das könnte Folgen für die Selbstkontrolle durch den Presserat haben – und für Ärger sorgen.
Er steht für ein Prinzip, das als Grundpfeiler der Pressefreiheit gilt: Kontrolle ohne Staat. Als fünf Verleger und fünf Journalisten im November 1956 den Deutschen Presserat ins Leben riefen, wollten sie einem geplanten Bundespressegesetz von CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer zuvorkommen. Angelehnt an den britischen Press Council schufen sie eine Instanz, mit der sich die Branche selbst Regeln gab und ihre Einhaltung überwachte – bis heute dient das System der Selbstregulierung als Schutzschild gegen staatliche Eingriffe. Doch einen Bestandsschutz hat es nicht.
Volker Nünning, Mediensinsider, 26.03.2026 (online)

