Zitiert: Mythos lebt von Autorinnen und Autoren

Dass Menschen auch in der Zukunft noch immer erfahren möchten, mit wem sie es zu tun haben und ob jemand wirklich weiß und meint, was er oder sie sagt, ist zwar keineswegs sicher – aber doch wahrscheinlich. Zwar gab es schon immer Texte, die keinen benennbaren Autor benötigten, um gut und erfolgreich zu sein. Vor dem Zeitalter der Aufklärung war das sogar gang und gäbe.

Viele Sagen und Märchen verbreiteten sich, obwohl oder weil sie weder an einen festen Text noch einen bestimmten Autor gebunden waren. Auch im modernen Journalismus gibt es Beispiele: „Das Streiflicht“, die Glosse, die jeden Tag auf der Titelseite der Süddeutschen Zeitung erscheint, hat keine Namenszeile. Ihr Mythos lebt auch davon, dass sich die Autorinnen und Autoren bedeckt halten.

Tanjev Schultz, fr.de, 30.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)