Zitiert: Mit künstlicher Intelligenz wollen Schweizer Medienhäuser Kosten senken

Dabei wird ein zentraler publizistischer Prozess wegrationalisiert. Bis zu dreissig Angestellte, kündigte das grösste Schweizer Medienhaus Tamedia Ende Januar an, verlieren für die jüngste „Transformation“ ihren Job. Man wolle „Journalismus und Tamedia eine Zukunft geben“. Dabei hatte der Konzern schon im Sommer 2024 bekannt gegeben, 290 Vollzeitstellen abzubauen, um die Zukunft zu sichern.

Die neuerliche Ankündigung geht mit einem Strategiewechsel einher: Print ist nun doch wieder wichtig, nachdem Tamedia zuletzt vor allem auf digitale Kanäle setzte. Die digitale Transformation findet einfach an einer anderen Stelle statt. An einer, wo man von aussen wenig davon merkt. […]

Das Schreiben als zentraler publizistischer Prozess, bei dem sich Gedanken zu Argumenten verdichten und sich Stil und Haltung manifestieren, übernimmt jetzt die Maschine. Die Inszenierung in einer Reportage, um die Leser:innen an den Ort des Geschehens zu führen, entwirft der Rechner. Das Schreiben, so offenbar die Erkenntnis aus dem Zukunftslabor der Tamedia, ist ineffizient und kann wegrationalisiert werden.

Renato Beck, woz.ch, 26.03.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)