Zitiert: Mit KI im Journalismus ändert sich nur die Art der Erzeugung des Produkts

Nicht umsonst ist die KI gerade für traditionelle Geschäftsmodelle affin, die an der gedruckten und lokalen Zeitung festhalten. Geht es doch hier in erster Linie darum, dass der Konsument ein Produkt in der Hand halten kann, mit dem er gewisse Gefühle und Haltungen verbindet.

Die Verleger denken, dass ihr Publikum im Grunde nichts Neues, gar Verstörendes erfahren möchte, sondern Bestätigung sucht, Faktenkollektionen, die zu vertrauten Thesen passen, in vertrauter Form. Und wer hätte die intensiver studiert als die KI, die eingeführte Muster bevorzugt und sprachliche wie gedankliche Abweichungen sanktioniert, wie es der Medienphilosoph Roberto Simanowski in seinem Buch „Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz“ (2025) ausführt? […]

KI im geschriebenen Journalismus ist also insofern egal, als sich nur die Form ändert, also die Art der Erzeugung des Produkts Text, innerhalb des Produkts Zeitung. Bleibt das Problem der Wahrheit und der Wirklichkeit.

Ambros Waibel, taz.de, 17.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)