Aus den Gesprächen mit den Menschen in Ostthüringen haben wir den Schluss gezogen, dass sich die Lokalzeitung wieder auf ihre Stärke, ihr Alleinstellungsmerkmal, besinnen muss, um überleben zu können: die Nähe zu den Menschen vor Ort und die lokale Recherche.
Sie muss Räume für Austausch schaffen, um stärker mit dem eigenen Publikum in Kontakt zu treten. Öffentliche Redaktionskonferenzen, Bürgersprechstunden, good old shoe leather reporting in den Ortschaften, ein Stand auf dem Wochenmarkt. Die Ideen sind genauso zahlreich wie die Bedenken in den kaputtgesparten Redaktionen. Dort hat niemand Zeit für so viel Bürgernähe.
Wie wäre es also, wenn man – vergleichbar mit den Social-Media-Teams der Redaktionen, die versuchen, den Wildwuchs in den Kommentarspalten einzudämmen – analoge Community-Manager einstellt? Menschen, die mit anderen Menschen in Dialog treten und Kritik, Themenideen und vielleicht sogar Lob in die Redaktion tragen? Die Lokalredaktionen könnten die gewonnene Zeit in lokale Recherchen investieren. Es wäre einen Versuch wert.
Thomas Schnedler, epd medien, 01.06.2026 (online)

