Zitiert: Lokaler Werbemarkt für lokale Medien

Die Anzeigenblätter, die ausnahmslos von lokaler Printwerbung leben, liegen bei 1,3 Milliarden Euro Jahresumsatz in Deutschland. Teilt man das durch die Anzahl der Deutschen, ergibt es ungefähr 16 Euro pro Kopf. Wenn Sie einen Landkreis mit 100.000 Einwohnern haben, multiplizieren Sie die Einwohnerzahl mit den 16 Euro. Macht 1,6 Millionen Euro. Das ist der Printumsatz der Anzeigenblätter vor Ort. Das ist ja wohl ein lokaler Werbemarkt. Und wenn Sie sagen: Ich will davon nicht 100 Prozent, sondern ich peile fünf Prozent an, dann haben Sie schon 80.000 Euro zusammen und damit einen Journalisten finanziert. […]

Bleibt die Frage: Wo findet man Unternehmer, die Medien und Journalismus als Chance entdecken? Das waren mal Drucker wie Franz Burda Senior oder Richard Gruner, selbst auch keine Journalisten. Sie müssen kein Koch sein, um ein Restaurant zu gründen, Sie können den Koch auch anstellen. Wenn lokale Unternehmer Medien als Markt entdeckten und wenn pro Gemeinde nur einer von ihnen beschließen würde, zu gründen – dann hätten wir einen lokalen Medienreichtum wie noch nie.

Sebastian Turner, journalist.de, 20.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)