Zitiert: Linke Medienkritik fehlt

Mit dem weitgehenden Wegfall der Analyse bürgerlicher Öffentlichkeit aus linker Perspektive fehlt die Grundlage für erstens eine linke Medienpolitik, zweitens die Etablierung eigener Kanäle sowie die Förderung proletarischer Kultur und drittens die strategische Nutzung etablierter Medien für eine breite, im besten Sinne populistische Ansprache. Denn ob Karl Marx, Friedrich Engels, August Bebel, Wilhelm Liebknecht, Karl Kautsky, Franz Mehring, Clara Zetkin oder Rosa Luxemburg: Sie beschränkten sich nicht auf die Kritik der bürgerlichen Medien ihrer Zeit. Sie entwickelten darüber hinaus medienpolitische Forderungen und wirkten selbst maßgebend publizistisch. Forderungen in dieser Tradition könnten als linke Selbstverständlichkeiten gelten, sind heute aber weitgehend in Vergessenheit geraten und wurden durch liberale Haltungen verdrängt.

Niklas Venema, Lukas Wierschowski, Aaron Schreiner, nd-aktuell.de, 30.06.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)