Über mehr „Tagesschau“-Sendezeit für Pinguine als für den längsten Stromausfall seit Kriegsende wunderte sich nicht nur die „Welt“, sondern auch Funkes „Berliner Morgenpost“. Und statt die Gelegenheit für Talks über komplexe Themen wie die Frage nach Transparenz bei Infrastrukturen (oder der, ob die Bundeswehr in Grönland auf der einen oder anderen Seite zum Einsatz kommen könnte … ) zu nutzen, verwöhnte die ARD ihr Publikum am Sonntagabend wie am Montagabend mit zwei Hauptabend-Krimis in Folge. „Morden im Norden“, worauf dann ein „Zürich-Krimi“ folgte, war mit repräsentativ errechneten 5,83 Millionen Zuschauern ein voller Erfolg. Insbesondere konnte der Ostsee-Krimi das Angebot des wichtigsten publizistischen Wettbewerbers ZDF, einen neuen „Taunus-Krimi“, klar übertrumpfen (dwdl.de).
Toller Erfolg, ARD! Wobei es sein könnte, dass bei gut 70 Millionen Deutschen, die nix von beidem einschalteten, genau solche Erfolge die Akzeptanz des „umsatzstärksten“ öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems der Welt, um das es sich beim deutschen auch 2025 wieder handelte („epd medien“), eher weiter verringern.
Christian Bartels, MDR Altpapier, 07.01.2026 (online)

