Digitale Plattformen seien keine neutralen Kanäle mehr, sondern kontrollierten immer stärker zentrale Zugänge zur Öffentlichkeit. Martin Andree beschreibt das als „Krieg der Medien“.
Das meiste von dem, was Martin Andree in seinem Buch anführt, hat man schon irgendwo gehört oder gelesen. Bei vielem war man sogar Zeitzeuge; etwa bei den letzten US-Wahlen, die Donald Trump gewann, obwohl es lange so aussah, als hätte seine demokratische Konkurrentin Kamala Harris bessere Siegchancen; beim Aufstieg von Milliardär Elon Musk als politischem Akteur; und dabei, wie unter anderem diese beiden demokratische Institutionen zunehmend unter Druck setzten und immer noch setzen. […]
Andree beschreibt keinen diffusen »Wandel«, sondern einen sehr konkreten Krieg um die Medieninfrastruktur. Seine zentrale These lautet: Wir erleben eine historische Ausnahmesituation, in der Mediengattungen erstmals in ein privates Machtmonopol übergehen. Historisch, so seine Argumentation, seien Medien bislang nie vollständig im Besitz einzelner Akteure gewesen, sondern hätten zur gesellschaftlichen Infrastruktur gehört.
Heute dagegen bündele sich die Mediennutzung in den Silos weniger Plattformen mit Monopolcharakter – eben jenen von Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Peter Thiel. Für Andree ist das kein bloßes Wirtschaftsphänomen, sondern eine Machtfrage.
Naz Küçüktekin, spektrum.de, 26.03.2026 (online)

