Zitiert: „Krieg der Medien“

Digitale Plattformen seien keine neutralen Kanäle mehr, sondern kontrollierten immer stärker zentrale Zugänge zur Öffentlichkeit. Martin Andree beschreibt das als „Krieg der Medien“.

Das meiste von dem, was Martin Andree in seinem Buch anführt, hat man schon irgendwo gehört oder gelesen. Bei vielem war man sogar Zeitzeuge; etwa bei den letzten US-Wahlen, die Donald Trump gewann, obwohl es lange so aussah, als hätte seine demokratische Konkurrentin Kamala Harris bessere Siegchancen; beim Aufstieg von Milliardär Elon Musk als politischem Akteur; und dabei, wie unter anderem diese beiden demokratische Institutionen zunehmend unter Druck setzten und immer noch setzen. […]

Andree beschreibt keinen diffusen »Wandel«, sondern einen sehr konkreten Krieg um die Medieninfrastruktur. Seine zentrale These lautet: Wir erleben eine historische Ausnahmesituation, in der Mediengattungen erstmals in ein privates Machtmonopol übergehen. Historisch, so seine Argumentation, seien Medien bislang nie vollständig im Besitz einzelner Akteure gewesen, sondern hätten zur gesellschaftlichen Infrastruktur gehört.

Heute dagegen bündele sich die Mediennutzung in den Silos weniger Plattformen mit Monopolcharakter – eben jenen von Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Peter Thiel. Für Andree ist das kein bloßes Wirtschaftsphänomen, sondern eine Machtfrage.

Naz Küçüktekin, spektrum.de, 26.03.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)