Von Anfang an hat uns komplett vom Verband unterschieden, dass wir nur nachrangig über Geld nachgedacht haben. Primär ging es uns um kreativen Einfluss. Dieser Geist – unsere berühmten fünf bzw. sechs Punkte, die in den meisten Verträgen zum Standard geworden sind –, das bleibt. Unsere Fusion mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) 2022 hat aus meiner subjektiven Sicht dazu geführt, dass unsere Struktur, möglicherweise auch unser Geist in einer etwas bürokratischeren, etwas behäbigeren Struktur aufgegangen, möglicherweise auch etwas kannibalisiert worden ist. […]
Der Markt wird kleiner, die Gelder weniger, die Aufträge auch. In so einer Situation versucht man, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu erreichen. Dieses Momentum des Experimentierens, des Neugierigbleibens, was Kreativität ja ausmacht, das versiegt. Also wird die Anstrengung, das aufrecht zu erhalten, wieder größer. Weil diese Ängste da sind, muss man sich heute wieder mehr ins Zeug legen, bestimmte Dinge einzufordern.
Orkun Ertener, the-spot-mediafilm.com, 30.04.2026 (online)

