Immer wieder beklagen Filmschaffende, dass der Kinderfilm in Deutschland nicht ausreichend gewürdigt wird. Wir nahmen uns das Kindermedienfestival Goldener Spatz zum Anlass, um uns einmal in der Branche umzuhören, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. […]
Von den Kinderfilmen, die 2025 für den deutschen Filmpreis eingereicht wurden, hätten es meiner Meinung nach gleich mehrere Produktionen verdient, nominiert zu werden. 2025 und 2026 sind gute Kinderkinojahrgänge. Ich würde mir dabei wünschen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch mutiger wäre in seinen Kino-Koproduktionen. „Ab morgen bin ich mutig“ musste ohne Sender finanziert werden, was zu einem deutlich geringeren Budget geführt hatte. Inzwischen lief der Film auf über 50 Festivals weltweit und wird in allen Schulkinowochen der Bundesländer eingesetzt. ZDF und ARD halten den Film dennoch für nicht sendewürdig, im Gegensatz zu den Niederlanden. Die gleiche Geschichte hatte ich mit dem Film „Kopfüber“ erlebt, der für den Europäischen Filmpreis nominiert wurde und bis heute nicht im deutschen Fernsehen laufen durfte. […]
Während sich die regionalen Förderanstalten den genannten Themen und Zielgruppen durchaus zuwenden, ist es nach unseren Erfahrungen mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk schwierig, auskömmliche Budgets zur Verfügung gestellt zu bekommen. Angemessene Sendeplätze, beispielsweise in der ARD, werden dem Kinderprogramm regelrecht verweigert. Die Förderung auf Bundesebene (vor allem der GMPF) erschwert bzw. verhindert systematisch den Zugang zu dringend benötigten Fördermitteln für animiertes Kinderprogramm. Diese strukturelle Benachteiligung schmälert die Chancen auf gutes Kinderprogramm einerseits aber auch unsere internationale Konkurrenzfähigkeit.
spot-mediafilm.com, 05.06.2026 (online)

