Sabrina Hoffmann wurde mit Anfang vierzig Chefredakteurin der „Frankfurter Rundschau“. […] Was ihr so sehr zu schaffen machte, dass sie schließlich aufgab, sei, schreibt Hoffmann, dass sich bei dem „Experiment ,Mutter von zwei Kleinkindern als Chefredakteurin einer Tageszeitungʻ“ gezeigt habe, „dass Vereinbarkeit oft so lange befürwortet wird, bis sie von anderen im Arbeitsalltag mitgetragen werden muss“. Das gelte „selbst in Kreisen einer feministischen Medienmarke“. „Unser System“ sei nicht darauf angelegt, eine Mutter von zwei Kleinkindern derart zu unterstützen, dass ihr berufliches Fortkommen nicht leidet. […]
Die Gesetzeslage hat sich ein wenig verbessert, aber das nützt nichts, wenn am Arbeitsplatz, bei Chefs und Kolleginnen und Kollegen Omnipräsenz gefordert ist. Das ist kinder-, frauen- und familienfeindlich und führt für Frauen zu der Gleichung: Kinder oder Karriere.
Michael Hanfeld, faz.net, 09.07.2026 (online)

