Zitiert: KI versus Enzyklopädien

Enzyklopädien präsentieren nicht Forschungsergebnisse von Enzyklopädisten, sondern gesammeltes Wissen von Disziplinen und Erfahrungsbereichen, das als gesichert gilt. Im Unterschied dazu verfügt generative künstliche Intelligenz nicht über die Möglichkeit, Texte und Daten nach ihrer Verlässlichkeit zu überprüfen und dafür wissenschaftlichen Sachverstand einzubeziehen, wie es bei der Erstellung von Enzyklopädien üblich ist. Dennoch setzen auch die Anbieter generativer künstlicher Intelligenz menschengesteuerte Filter ein, um zu verhindern, dass sich in die Antworten auch all die Irrtümer und Fehlinformationen einschleichen, die im Internet verbreitet sind. Diese Filter einschließlich der wechselseitigen Kontrolle unterschiedlicher LLMs führen aber bislang nicht zu einer Verlässlichkeit der Auskünfte, die mit derjenigen traditioneller Enzyklopädien vergleichbar ist. Dafür können Systeme der generativen künstlichen Intelligenz auf ein weit größeres Spektrum möglicher Fragestellungen Antwort geben, und sie passen sich der jeweils veränderten Daten- und Diskurslage kontinuierlich an.

Julian Nida-Rümelin, sueddeutsche.de, 26.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)