Zitiert: KI-Stimmen stoßen das Publikum nicht ab

Wir arbeiten transdisziplinär, kombinieren Erkenntnisse und Methoden aus der Literaturwissenschaft, der Kommunikationswissenschaft und Medienpsychologie. Das ist notwendig, um den Umgang mit Literatur wirklich zu verstehen. Zwar machen auch wir Laborexperimente, aber zusätzlich Fokusgruppen-Interviews und Online-Umfragen. Besonders spannend finde ich ein aktuelles Experiment, bei dem wir Menschen nicht im Labor, sondern in der Straßenbahn lesen und hören lassen – also in realistischen Alltagssituationen. Wir wollen verstehen, welche Unterschiede es zwischen dem Bücherlesen und Hörbüchern gibt, wollen wissen, wie Menschen Literatur hören. […]

Die Stimme ist ein wichtiges Element von Hörbüchern, die Nutzer haben Präferenzen für bestimmte Sprecherinnen und Sprecher. Manche unserer Interviewteilnehmer sagen, dass sie ein Hörbuch auch schon abgebrochen haben, weil ihnen die Stimme nicht gefallen hat. Doch so richtig ins Gewicht fallen diese individuellen Präferenzen nicht, ausgewählt wird nach Inhalt, nicht nach Stimme. Selbst KI-Stimmen stoßen das Publikum nicht ab. […]

Wir haben dazu eine große Online-Umfrage gemacht, in der wir echte Stimmen und KI-Stimmen bewerten ließen. Wir fanden keine Unterschiede, nicht einmal dann, wenn wir den Befragten vorher sagten, ob sie eine künstliche oder eine echte Stimme hören. KI spricht mittlerweile sehr gut, da scheppert nichts mehr. Das wird enorme Konsequenzen haben, damit geht ein ganzer Berufszweig den Bach runter.

Günther Stocker, sueddeutsche.de, 10.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)