Weimers Kulturpolitik: Löschen statt Bewahren? Digitale Archive verdrängen analoge – doch Daten verfallen, Formate sterben, kollektive Erinnerung ist in Gefahr.
Ordentlich und fachgerecht archivierte Ausstellungen dokumentieren geschichtliche Abläufe auch über lange Zeiträume. Mit der Umstellung auf digitale Archive soll jetzt auch in der Museumslandschaft der Trend zur Digitalisierung aufgenommen werden, weil der Bau von physikalisch/analogen Archiven zu teuer erscheint.
Treibende Kraft dieser Entwicklung ist in Deutschland Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, der deutliche Zeichen einer Politik zu erkennen gibt, die mit der analogen Kultur auf keinem guten Fuß steht. […]
Die Argumentation für eine konsequente Digitalisierung ist kulturpolitisch brisant. Denn sie berührt nicht nur Bibliotheken, sondern auch Museen, Archive und Sammlungen und damit direkt und unmittelbar auch das seit Jahren diskutierte Deutsche Fotoinstitut (DFI) in Düsseldorf.
Christoph Jehle, Telepolis, 20.03.2026 (online)

