Zitiert: KI-Kennzeichnung zwischen Transparenz und Abgrenzung

Insgesamt zeigt sich ein klares Bedürfnis, journalistische Transparenz im KI-Zeitalter auszubauen. Eine Standardisierung gibt es bislang nicht und bei der praktischen Umsetzung lassen sich zwei grundsätzlich verschiedene Arten der Kennzeichnung identifizieren, die in Zukunft klar voneinander getrennt werden sollten: die Transparenz über den journalistischen Prozess einerseits und die Entlarvung von Deepfakes andererseits.

Steht in beiden Fällen nur „KI“ als Hinweis, kann das einmal bedeuten, dass KI etwa zur Rechtschreibkorrektur eingesetzt wurde und ein anderes Mal, dass es sich um einen Fake handelt. Das wirft die grundsätzliche Frage auf, wie viel eine Kennzeichnung überhaupt kommunizieren kann. Künftige Überlegungen zu einer Standardisierung von transparenter KI-Kennzeichnung im Journalismus sollten zwischen diesen beiden Fällen differenzieren.

Francesca Lehmann, media-lab.de, 13.05.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)