Insgesamt zeigt sich ein klares Bedürfnis, journalistische Transparenz im KI-Zeitalter auszubauen. Eine Standardisierung gibt es bislang nicht und bei der praktischen Umsetzung lassen sich zwei grundsätzlich verschiedene Arten der Kennzeichnung identifizieren, die in Zukunft klar voneinander getrennt werden sollten: die Transparenz über den journalistischen Prozess einerseits und die Entlarvung von Deepfakes andererseits.
Steht in beiden Fällen nur „KI“ als Hinweis, kann das einmal bedeuten, dass KI etwa zur Rechtschreibkorrektur eingesetzt wurde und ein anderes Mal, dass es sich um einen Fake handelt. Das wirft die grundsätzliche Frage auf, wie viel eine Kennzeichnung überhaupt kommunizieren kann. Künftige Überlegungen zu einer Standardisierung von transparenter KI-Kennzeichnung im Journalismus sollten zwischen diesen beiden Fällen differenzieren.
Francesca Lehmann, media-lab.de, 13.05.2026 (online)

