Fehlende Distanz in Bezug auf KI-Firmen ist besonders gefährlich, weil noch so wahnsinnig viel im Nebel liegt und es in erster Linie um Erwartungen, Hoffnungen, Versprechen oder eben möglicherweise auch Verblendung geht.
Jeff Sommer warnte vor ein paar Tagen in der „New York Times“ davor, dass der ganze Boom zu einem großen Teil auf Pump finanziert wird. Firmen wie Oracle, Microsoft, Alphabet, Amazon oder Meta investierten gewaltige Summen in Rechenzentren, sogar mehr, als sie erwirtschaften. Und wenn aus den versprochenen Gewinnen nichts werde, könne es mit den Börsenkursen schnell in die andere Richtung gehen.
Johannes Kuhn verweist in seinem Newsletter „Aus dem Internet-Observatorium“ auf eine Analyse der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Laut ihr könnte der Ausbau von Rechenzentren und anderer KI-Infrastruktur inzwischen die Grenze zur Unwirtschaftlichkeit überschritten haben. Und wenn die versprochenen Gewinne ausbleiben, einzelne Anbieter scheitern und Firmen ihre Anlagen verkaufen müssen, dann wäre das nicht mehr nur ein Problem der Investoren, sondern möglicherweise eines für die gesamte vom KI-Rausch benebelte Wirtschaft.
Ralf Heimann, MDR Altpapier, 23.07.2026 (online)

