Es gab gerade eine verbandsinterne Erhebung des DDV zu den Honoraren von Männern und Frauen. Es ist ernüchternd und zugleich erschütternd, dass es unsere Branche bis heute offenbar nicht hinbekommt, hier Gendergerechtigkeit herzustellen. Man muss sich das mal vorstellen: Die erhobenen Zahlen deuten darauf hin, dass Frauen rund 10.000 Euro weniger für einen 90‑Minüter erhalten als ihre männlichen Kollegen! Beim Serienformat für 45 Minuten sind es rund 4.000 Euro weniger pro Episode. Und das im Jahr 2026! Was mir fehlt, ist der kollektive Aufschrei des Deutschen Drehbuchverbands. Und bitte jetzt nicht wieder nur die Frauen, die sich beschweren, sondern echte Solidarität, auch von den Kollegen! Stattdessen gibt es immer noch viel zu viele Bedenkenträger, die sofort wieder anfangen, die erhobenen Zahlen grundsätzlich infrage zu stellen. Eine offizielle Studie ist bis heute nicht beauftragt worden, und statt politisch und aktionistisch in die Offensive zu gehen, hält man lieber die Klappe.
Kristin Derfler, the-spot-mediafilm.com, 30.04.2026 (online)

