Infolge der Digitalisierung ist eine Vielzahl an journalistischen Ausspielkanälen wie Social-Media-Plattformen, Podcasts oder Nachrichten-Apps zu den traditionellen Erscheinungsformen hinzugekommen. Während crossmedial arbeitende Journalisten vor zehn Jahren gerade mal an die 20 Prozent ausmachten, hat sich das Verhältnis inzwischen umgedreht: Vier von fünf Medienschaffenden bedienen nun regelmäßig mehr als einen Kanal. Im Mittel sind sie für drei verschiedene Ausspielwege tätig, digitale Medien stehen an erster Stelle.
Diese Arbeitsverdichtung korrespondiert mit dem Befund, dass Zeitdruck und die Verfügbarkeit von Ressourcen als stärkste Einflüsse auf die eigene Arbeit wahrgenommen werden – noch vor der journalistischen Ethik, dem Informationszugang oder der Redaktionsleitung. Etwa jede zweite von „Worlds of Journalism“ befragte Person gab an, oft oder sehr oft unter Stress bei der Arbeit zu leiden, im Privatfernsehen und in den Agenturen waren es mehr als 60 Prozent.
Anna von Garmissen, epd medien, 10.01.2026 (online)

