Zitiert: Journalismus unter Anfeindungen

Seit 2020 lässt sich daneben eine Verschiebung beobachten: Ideologisch heterogene Proteststrukturen gewinnen als Gewaltkontexte an Bedeutung. Der Anstieg nicht eindeutig zuordenbarer Fälle verweist auf eine Ausdifferenzierung medienfeindlicher Deutungsmuster, die über klar umrissene politische Spektren hinaus anschlussfähig sind. Auch auf der Ebene der Tatmodalitäten zeigen sich über die Jahre hinweg wiederkehrende Muster – von Feindmarkierungen über körperliche Angriffe bis hin zur gezielten Beschädigung journalistischen Equipments. Gewalt erscheint selten als kontextloses Einzelereignis, sondern ist meistens in Eskalationsdynamiken eingebettet, in denen Journalist:innen als Repräsentant:innen eines vermeintlich homogenen „Medien“-Kollektivs markiert werden.

Zugleich zeigt sich, dass die Folgen dieser Gewalt ungleich verteilt sind. „Freie Journalist:innen sind strukturell schlechter abgesichert, verfügen über weniger Schutz- und Unterstützungsmechanismen und tragen die Folgen von Angriffen häufig allein – entsprechend können diese für sie deutlich existenzbedrohender werden“, sagt Patrick Peltz. Die Daten verweisen damit nicht nur auf ein Sicherheitsproblem, sondern auf eine langfristige Belastung der professionellen Bedingungen journalistischer Arbeit.

ECPMF, Pressemitteilung, 23.04.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)