Ich hätte mir gewünscht, dass Medien früher bereit gewesen wären, Ambivalenz auszuhalten. Dass man sagen kann: Diese Impfung hat vielen Menschen geholfen – und es gibt Menschen, die schwer geschädigt wurden. Beides gleichzeitig. Stattdessen wurde sehr lange versucht, diese zweite Realität kleinzuhalten oder wegzuerklären. Das hat nicht nur uns geschadet, sondern dem Vertrauen insgesamt. Journalismus sollte nicht beruhigen oder schützen, sondern hinschauen, auch wenn es unbequem ist.
Christine Prayon, berliner-zeitung.de, 09.02.2026 (online)

