Die Filmförderungsanstalt FFA jubelt zum Halbjahr: 47,5 Millionen Tickets in sechs Monaten, 16,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz der deutschen Kinos stieg sogar um 24,5 Prozent auf 502 Millionen Euro. Und erstmals seit Covid scheint die Marke von 100 Millionen Kinobesuchen im Gesamtjahr wieder realistisch. Also: Kino gerettet? Ganz so einfach ist es nicht. Denn gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 fehlen noch immer elf Prozent der Besucher. Dass der Umsatz trotzdem neun Prozent höher liegt, hat auch mit gestiegenen Preisen zu tun. Im Schnitt kostete ein Ticket zuletzt 10,57 Euro, 6,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Kino hat also seinen Umsatz schneller zurückgewonnen als seine alte Besuchsfrequenz. Menschen haben offenbar keineswegs aufgehört, ins Kino zu gehen. Sie brauchen nur häufiger einen richtig guten Grund dafür. 14 Filme kamen im ersten Halbjahr auf mehr als eine Million Besuche. Darunter waren nicht nur Mario, Avatar oder andere bekannte Marken, sondern auch Michael, The Housemaid, Project Hail Mary, Hoppers und Extrawurst.
Der deutsche Film legte bei den Besuchern sogar um gut 60 Prozent zu und erreichte 26,5 Prozent Marktanteil. Allerdings, die fünf deutschen Besuchsmillionäre starteten allesamt im Januar. Im Januar und Februar lag der deutsche Marktanteil noch bei über 40 Prozent, im Mai waren es gerade einmal 8,8 Prozent. Und der Juni war mit 5,5 Millionen Tickets der mit Abstand schwächste Monat des Halbjahres. Das Kino ist also noch stärker zum Hitgeschäft geworden.
Nicolas Paalzow, dwdl.de, 04.09.2026 (online)

