Zitiert: Irgendjemand muss von den Brennpunkten der Welt berichten

Irgendjemand muss von den Brennpunkten der Welt berichten. Meine Laufbahn hat sich so entwickelt, dass mir dieses Los zugefallen ist. Ich kann nicht verheimlichen, dass es Spaß macht. Und es bedeutet mir viel, dort zu sein, wo Weltgeschichte geschrieben wird. […]

Es gibt seit dem Ausbruch des Kriegs wieder alle möglichen Vorwürfe gegen CNN als Nachrichtenfernsehen, das Bilder braucht. Gegen uns als kritische Journalisten, deren Aufgabe es ist, die Regierung zu hinterfragen, statt patriotisch zu berichten, wie es sich der frühere Kollege und heutige Kriegsminister Pete Hegseth ausdrücklich wünscht. Und gegen mich als Person, weil ich kein Farsi spreche und von der Regierung in Teheran schnell ein Visum bekommen habe. Nichts davon nutzen wir aus, um unser großes internationales Publikum in die Irre zu führen, sondern im Gegenteil: Wir wollen ihnen den Brennpunkt der Gegenwart zeigen und sie dorthin mitnehmen. Und ja, es wäre noch besser, wenn ich Farsi könnte. Nach mehr als 40 Aufenthalten in Iran spüre ich sogar Lust dazu – und auch, einmal fester Korrespondent in Teheran zu sein. Irgendwann, wenn alles wieder friedlich ist. […]

Völlig frei waren wir nicht, aber wir konnten alle Orte frei wählen und mussten sie dem Kulturministerium mitteilen, das mir nach dem Kriegsausbruch ein Visum für acht Tage erteilt hatte. Ich konnte auch frei mit allen Menschen sprechen. Selbstverständlich mit unserem Übersetzer. […]

Das habe ich von meinem Vater gelernt: auf Augenhöhe mit allen zu sprechen, zu fragen und ihnen zuzuhören. Einfühlsam und gleichzeitig frei von falschen Emotionen. Vor Ort zu sein, kann nichts ersetzen. Dort stellen sich Konflikte nicht unbedingt anders, aber genauer dar.

Frederik Pleitgen, sueddeutsche.de, 09.04.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)