Fairness. Man kann über alles berichten, in einem redaktionell gestalteten Format, aber es gibt keine Pflicht dazu, jemanden live und ungefiltert zu Wort kommen zu lassen. Faustregel: Niemanden einladen, der, sollte er oder sie an die Macht kommen, genau dieses Format, diesen Sender abschaffen wird. […]
Der wesentliche, beinahe heilige Auftrag eines journalistischen Mediums ist Aufklärung, also die gemeinsame Annäherung an überprüfbare Wirklichkeit. Ein rechtsradikaler Politiker ist daran nicht interessiert. Ihm genügt schon die Aufmerksamkeit, denn die wahren, konkreten Pläne bleiben besser im Verborgenen.
Nils Minkmar, sueddeutsche.de, 21.08.2026 (online)

