Wer sie aufbaut, besitzt und über sie verfügt, bestimmt die Zukunft. Das haben die Anhängerinnen des Techno-Autoritarismus verstanden; sie argumentieren deswegen nicht länger gegen die Demokratie, sondern arbeiten daran, einen Ersatz für sie zu schaffen. Statt Wählerinnen überzeugen zu wollen, übernehmen sie die Kontrolle über die Infrastruktur. Statt den Staat zu leiten, werden sie allmählich selbst zu seinem operativen System.
Wenn die Demokratie das Zeitalter von KI-Kriegen, privatisierten Satellitennetzwerken und algorithmusbasierten autoritären Regierungstechniken überleben soll, muss sie sich ihre eigenen technologischen Grundlagen zurückerobern. Sie muss in öffentliche Infrastruktur wie Clouds, Chips, Identifizierungssysteme und Verteidigungsplattformen investieren, die den Bürgerinnen und der Demokratie dienen, statt den Oligarchinnen. Dazu gilt es, Doktrinen demokratischer Technologie zu formulieren, wie es die autoritäre Tech-Rechte mit ihren postdemokratischen Doktrinen getan hat. Und man darf nicht länger private Interessen mit öffentlichen Interessen verwechseln.
Die autoritäre Tech-Rechte hat einen Plan, den sie mit Hochdruck vorantreibt. Demokratien müssen mit der gleichen Klarheit und größerer Glaubwürdigkeit darauf antworten. Der Block kann reguliert werden, aber nur, wenn er zuerst als das erkannt wird, was er ist: kein technischer Trend, sondern eine neue Art der Macht.
Francesca Bria, rosalux.de, 04.02.2026 (online)

