Das Wort leitet sich vom lateinischen Wortstamm „actus“ ab – „Handlung“ oder „Treibkraft“. Ein Aktivist ist also eine Person, die sich durch direkte und konsequente Aktionen für Veränderungen einsetzt, und daran ist überhaupt nichts auszusetzen. Aber eine eigene Organisation zu gründen und zu führen, ist etwas vollkommen anderes. Es bedeutet, dass man Erkundungsreisen unternimmt, Berichte verfasst und Vorträge hält. Ein weiterer Grund, warum ich etwas gegen den Begriff „Aktivistin“ habe, ist, dass die konservativen Medien ihn meistens benutzen, um Frauen herabzuwürdigen. […]
Überlegen Sie mal, bei Männern wird der Begriff „Aktivist“ nur sehr selten verwendet. Männer sind immer „Gründer“, „Vorsitzender“ oder haben andere präzise Titel. Nicht, dass ich die bräuchte. Aber es ist symptomatisch dafür, wie Frauen wahrgenommen werden und wie sie in ihrer Position und bei ihrer Arbeit herabgewürdigt werden.
Bianca Jagger, sueddeutsche.de, 28.05.2026 (online)

