Wenn man mit Menschen spricht, spürt man, dass es einen Hunger nach Fakten und eine Sehnsucht nach Informationen gibt, nicht bei allen, aber bei manchen Menschen. Das Problem ist, dass es beim Zugang der Menschen zu Journalismus technische Barrieren gibt. Wir haben keine Kontrolle über Algorithmen in den sozialen Netzwerken oder darüber, welche Inhalte bei Suchmaschinen oder KI-Bots oben stehen. Wir können so viel sachlichen, richtigen, transparenten Journalismus anbieten, wie wir wollen – wenn die Auslieferung an die Menschen das nicht oben anzeigt, dann ist das eine Herausforderung. Das gehört zu den Dingen, die mir Sorgen machen. Wie können wir diese Kluft zwischen Journalismus und der Öffentlichkeit schließen, wenn die Technik zur Auslieferung tatsächlich diese Hindernisse aufbaut? […]
Es gibt eine Menge Herausforderungen für die Medien. Politischen Druck, die neuen Auslieferungswege für unsere Nachrichten, der Vertrauensschwund der Öffentlichkeit, der von einigen Politikern noch angestachelt wird. KI kommt auch noch dazu. Bei alledem werden Sie aber sehen, dass es einen Wunsch der Öffentlichkeit gibt: Sagt mir, was ist eigentlich real, was stimmt, wo kann ich das finden? Diese Leute gibt es, wir müssen herausfinden, wie wir sie erreichen. Nicht unbedingt auf traditionellen Wegen, wie wir Nachrichten konsumiert oder geliefert haben. Deshalb experimentieren wir gerade ganz viel, wie wir junge Leute erreichen.
Julie Pace, derstandard.at, 23.01.2026 (online)

