Zitiert: Googles KI-Antworten vernichten kleine Websites

Dummerweise entziehen Googles KI-Antworten Millionen Websites und zahllosen Content-Machern die Existenzgrundlage, das Geschäftsmodell – und damit die Möglichkeit, neue Inhalte zu produzieren. Gleichzeitig treibt der enorme KI-Bot-Datenverkehr – nicht nur von Google – die Hosting-Kosten in die Höhe und bremst technisch weniger solide Seiten massiv aus. Das schlägt sich wiederum in der Sichtbarkeit in anderen Suchmaschinen nieder.

Steigende Kosten, sinkende Umsätze – das ist gerade für die kleineren Websites und Foren, die mit Hilfestellungen, Tutorials, Test- und Erfahrungs- sowie Reiseberichten, Nischencontent und allgemeinen Infos ihr Auskommen erwirtschafteten, fatal.

Google trifft damit direkt das Rückgrat des freien Internets, das diese kleineren Websites seit drei Dekaden bilden. Und damit nicht zuletzt sich selbst, denn die KI braucht diese Seiten, um ihren Hunger nach Informationen zu stillen.

Sinkende Umsätze bedeuten auch: weniger kostenlose Inhalte, mehr Werbung und mehr Paywalls bei den großen Content-Anbietern. […]

Viele Verlage und Content-Anbieter wehren sich, indem sie Inhalte fast nur noch exklusiv an Abonnenten ausspielen, so mancher klammert auch KI-Bots aus. Das aber verringert den Wert als Quelle für Googles KI-Suche und letztlich die Sichtbarkeit für die interessierte Handvoll User, die sich nicht mit dem KI-Ergebnis zufrieden gibt – ein zweischneidiges Schwert.

Doch selbst wirtschaftlich nicht von direkten Werbeumsätzen abhängige Quellen wie Wikipedia oder die Websites der öffentlich-rechtlichen Sender leiden unter deutlichen Nutzereinbußen. Bots verursachen auch dort teuren und nutzlosen Datenverkehr, der anschließend bei LLMs und zuvorderst Googles KI-Suche direkt von Google monetarisiert wird. […]

Im Grunde ist es Content-Diebstahl im großen Stil, auch wenn die KI-Anbieter das verneinen.

Christian Rentrop, golem.de, 13.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)