Zitiert: Fusion von ARD und ZDF?

Die vorgetragene Begründung, im öffentlich-rechtlichen System sei die Ausstrahlung von zwei nationalen Sender mittlerweile überflüssig, stimmt indes nur teilweise. Richtig ist: ARD und ZDF produzieren Krimis, Naturdokus, Spielshows, Kochsendungen, Sportmagazine und andere Unterhaltungsangebote in solcher Überfülle, dass einzelne Formate untergehen. Wer Geld sparen will, könnte hier ansetzen. Zusammen mit den Angeboten der Privatsender und der kostenpflichtigen Streamingdienste gäbe es immer noch eine riesige Auswahl für die unterschiedlichsten Interessen. Falsch wäre es hingegen, journalistische Angebote zurückzufahren. Die Tagesschau, aber auch heute und andere Sendungen genießen bei vielen Zuschauern hohes Vertrauen. Das haben sie sich hart erarbeitet bei aller Kritik, die an einzelnen Schwerpunktsetzungen oder handwerklichen Fehlern möglich und geboten ist.

Wir erleben, wie soziale Netzwerke durch Propaganda, Fälschungen und Beleidigungen überflutet werden. Der Glaube an feststellbare Fakten wird gezielt unterminiert. Angesichts der wachsenden Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz schwindet selbst die Aussagekraft von Bildern und Videos. In dieser Situation wäre es grundfalsch, verlässliche Informationsquellen abzuschalten.

Hagen Eichler, mz.de, 16.01.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)