Die vorgetragene Begründung, im öffentlich-rechtlichen System sei die Ausstrahlung von zwei nationalen Sender mittlerweile überflüssig, stimmt indes nur teilweise. Richtig ist: ARD und ZDF produzieren Krimis, Naturdokus, Spielshows, Kochsendungen, Sportmagazine und andere Unterhaltungsangebote in solcher Überfülle, dass einzelne Formate untergehen. Wer Geld sparen will, könnte hier ansetzen. Zusammen mit den Angeboten der Privatsender und der kostenpflichtigen Streamingdienste gäbe es immer noch eine riesige Auswahl für die unterschiedlichsten Interessen. Falsch wäre es hingegen, journalistische Angebote zurückzufahren. Die Tagesschau, aber auch heute und andere Sendungen genießen bei vielen Zuschauern hohes Vertrauen. Das haben sie sich hart erarbeitet bei aller Kritik, die an einzelnen Schwerpunktsetzungen oder handwerklichen Fehlern möglich und geboten ist.
Wir erleben, wie soziale Netzwerke durch Propaganda, Fälschungen und Beleidigungen überflutet werden. Der Glaube an feststellbare Fakten wird gezielt unterminiert. Angesichts der wachsenden Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz schwindet selbst die Aussagekraft von Bildern und Videos. In dieser Situation wäre es grundfalsch, verlässliche Informationsquellen abzuschalten.
Hagen Eichler, mz.de, 16.01.2026 (online)

