Mit Blick auf die Orientierung des funk-Netzwerks an den Themen der Zielgruppe einerseits sowie die Bereitstellung von Inhalten über Drittplattformen der mobilen Alltagskommunikation andererseits scheint das Contentnetzwerk vorwiegend gut auf die Zielgruppe abgestimmt zu sein. Aus institutioneller Sicht verstärkt die Erwartung der Nutzenden an eine Verfügbarkeit von Inhalten auf Plattformen Sozialer Medien jedoch die wachsende Abhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – und des funk-Netzwerks insbesondere – von Drittplattformen, speziell angesichts deren Rolle als „neue Institutionen der gesellschaftlichen Vermittlung“. Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Teil der Plattformöffentlichkeit auch stark netzaffine – und damit vor allem plattformausgerichtete – Zielgruppen langfristig medial erreichen will, müssen Anpassungen an Prozesse der Plattformisierung strukturell ernstgenommen werden.61 Hierfür braucht es effektive Regulierungsstandards auf (supra-)nationaler Ebene, im Abgleich mit den jeweils nationalen Vorgaben und Behörden. In Deutschland kommt dem funk-Netzwerk als Angebot gerade für 14- bis 29-Jährige in diesem Zusammenhang aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer eine besondere Relevanz zu in Bezug auf die repräsentationsangemessene und zielgruppenadäquate Bereitstellung von Inhalten im Netz.
Sven Stollfuß, Media Perspektiven 01/2025 (online)

