Zum 50. Geburtstag des Satiremagazins „Extra 3“ diskutiert Moderator Christian Ehring mit Jörg Thadeusz und Kevin Kühnert, womit Komik und Kabarett noch punkten können. Sicher ist nur: nicht mehr so wie früher. […]
Der Intendant sah sich zu Pathos und einem Bekenntnis veranlasst: „Wir sind sehr glückliche Menschen, in einem Land zu leben, wo eine solche Sendung 50 werden kann.“ Der NDR sehe Satire als wichtigen Teil seines öffentlich-rechtlichen Auftrags, und man werde sich anstrengen müssen, die redaktionellen Freiheiten zu verteidigen. […]
Das klang kämpferisch, aber die Aufgabe des Intendanten ist ja, den eigentlichen Kämpfern den Rücken frei zu halten. Aber dafür, dass die „Extra 3“-Leute sich als Kämpfer verstehen, fehlte an diesem Abend fast jedes Zeichen. Müsste sich eine Satiresendung nicht besonders herausgefordert fühlen vom erstarkenden Rechtsextremismus? Müsste sie nicht ganz besonders angriffslustig sein, verteidigungslustig im Angesicht einer bedrohten Demokratie?
Stefan Niggemeier, sueddeutsche.de, 17.09.2026 (online)

