Während Brüssel Milliardenstrafen gegen US-Techkonzerne verhängt, plant es bei einer zentralen Reform überraschende Ausnahmen.
Brüssel greift durch – und lässt zugleich locker. Während die EU-Kommission mit dem Digital Markets Act und dem Digital Services Act Millionenstrafen gegen Tech-Konzerne verhängt, sollen dieselben Unternehmen bei einer zentralen Reform geschont werden.
Nach aktuellen Informationen von Reuters plant die Kommission, Big Tech im neuen Digital Networks Act freiwillige Regeln aufzuerlegen.
Die letzten Wochen hieß es, dass die EU-Kommission mit harten Bandagen gegen die großen Technologiekonzerne vorgeht. Allein in den vergangenen Monaten verhängte Brüssel Strafen in Höhe von insgesamt 820 Millionen Euro gegen Apple, Meta und X. […]
Telekommunikationsunternehmen hatten gefordert, dass sich Big-Tech-Konzerne stärker an den Kosten für den Ausbau der Netzinfrastruktur beteiligen. Diese Forderung wird der DNA offenbar nicht erfüllen.
Das steht im Widerspruch zur bisherigen Regulierungspraxis. Während die EU bei DMA und DSA Strafen in Millionenhöhe verhängt, sollen dieselben Konzerne beim Netzausbau nur auf Freiwilligkeit setzen.
Kritiker befürchten, dass damit die digitale Souveränität Europas erneut gefährdet wird – trotz aller Lippenbekenntnisse.
Thomas Pany, Telepolis, 09.01.2026 (online)

