Zitiert: „Ethik!“ zu schreien und nicht „Milliarden Dollar“ zu meinen

Geld verdienen zu wollen, ist keine Schande, aber die KI-Branche tut sich besonders darin hervor, „Ethik!“ zu schreien und „Milliarden Dollar“ zu meinen. […] Was bleibt also von KI im Sinne der Menschheit?

Wenn die großen Konzerne als vertrauenswürdige Treuhänder der KI ausfallen, muss es die Gesellschaft selbst übernehmen. Allen voran die freie Forschung. […]

Mit KI können auch chronisch klamme gemeinnützige Vereine ihre Arbeit besser stemmen, von der Logistik in Krisengebieten über die Bürokratie bis hin zur Spendenwerbung. Das erleichtert es kleinen Gruppen, Großes zu bewirken. Am Ende spart es sogar dem Staat Geld, für den sie einspringen.

Generative KI macht die Welt barrierefrei: Komplizierte Texte werden automatisch vereinfacht, zusammengefasst und übersetzt, das bringt Informationen und Bildung zu vielen Menschen, darunter Migranten.

Das muss nicht alles aus Idealismus geschehen: Da die großen Modelle teils austauschbar sind, sind es erst clevere Anpassungen durch andere Firmen, die KI wirklich nutzbar machen. Viele kleine Tüftler setzen auf die großen Modelle auf und machen KI zu ihrem eigenen Ding.

Um diese KI für die Menschheit voranzutreiben, braucht es eine Zusage der Politik, nicht nur nach mehr Investitionen von Big Tech zu gieren. Sie sollten die richtigen Projekte im großen Stil selbst fördern, statt nur Standortpolitik für US-Konzerne zu machen. Und ja, gerne darf die Verwaltung durch KI schneller werden.

Jannis Brühl, sueddeutsche.de, 29.05.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)