Und vielleicht lohnt es sich, an dieser Stelle noch einmal zu zitieren, was eine amerikanische Kommission über die Pressefreiheit 1947 schrieb:
„Wir empfehlen, dass die Angehörigen der Presse sich in intensiver gegenseitiger Kritik üben. Ein hoher professioneller Standard wird kaum erreicht werden, solange die Fehler und Irrtümer, die Betrügereien und Verbrechen einzelner Pressevertreter von anderen Mitgliedern des Berufsstandes schweigend übergangen werden.
Wenn die Presse rechenschaftspflichtig sein soll – und das muss sie sein, wenn sie weiterhin frei bleiben soll –, müssen sich ihre Mitglieder gegenseitig mit dem einzigen Mittel disziplinieren, welches ihnen zur Verfügung steht, nämlich der öffentlichen Kritik.“
Das lässt sich mühelos auch auf all die neuen Medien übertragen, auch auf die Content-Creator, die sich selbst vielleicht nicht als Journalisten sehen. Sich dieser Kritik auszusetzen und sich ernsthaft mit ihr zu beschäftigen, wäre ein Qualitätsmerkmal.
Stefan Niggemeier, Übermedien, 15.07.2026 (online)

