Die ökonomischen Grundlagen des Qualitätsjournalismus sind durch den Abzug von Werbeerlösen hin zu den Plattformen massiv gefährdet. Wir fordern eine nachhaltige Refinanzierungsstrategie für den Journalismus. Konkret bedeutet das:
Erstens: die dauerhafte Absicherung und digitale Stärkung des unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks als werbefreier Gegenpol zur kommerziellen Erregungslogik finanziert auf verfassungskonformem Weg und ohne politische Blockade einzelner Länder.
Zweitens: eine spürbare wirtschaftliche Entlastung journalistisch redaktioneller Angebote zum Beispiel durch steuerliche Maßnahmen wie einen weiter reduzierten Mehrwertsteuersatz oder gezielte diskriminierungsfreie Förderung sowie einen Verzicht auf weitere Schwächung ihrer Refinanzierbarkeit durch politische Entscheidungen
Drittens: die effektive Durchsetzung von Urheber- und Leistungsschutzrechten gegenüber Plattformen und KI-Anbietern, die journalistische Inhalte für Training, Zusammenfassung, Suche oder generative Antworten nutzen.
Viertens: die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen für gemeinnützigen Journalismus sowie staatlich geförderter, aber staatsunabhängiger Innovationsfonds für Lokal- und Investigativjournalismus.
Carsten Brosda, Rainer Esser, Ricarda Lang und Levi Penell, faz.net, 01.07.2026 (online)

