Zitiert: Ein Tag für die ORF-Geschichtsbücher

Der 11. August 2026 geht die Geschichtsbücher Medien-Österreichs ein, am Dienstag sind die Weichen für den ORF gestellt worden – und das auf gleich mehreren Ebenen. Erst einmal die Formalien: Der Stiftungsrat, das höchste Aufsichtsgremium des Unternehmens, hat die vom künftigen Generaldirektor Clemens Pig vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten für die Zentraldirektion sowie die Landesdirektionen durchgewunken – jeweils mit großer Mehrheit und trotz Widerstand der FPÖ.

Clemens Pig überraschte mit seinen Vorschlägen für die Leitungsfunktionen vor einigen Tagen viele Beobachterinnen und Beobachter – und möglicherweise auch hochrangige Politikerinnen und Politiker. Anders als allgemein erwartet worden war, sah das Personalpaket nicht danach aus, als würde der neue ORF-Chef politische Wünsche bedienen. In der Vergangenheit war das oft anders, Pig unterstrich jetzt seinen Anspruch, ein unabhängiger ORF-General ohne politische Färbung zu sein. […]

Die Aufarbeitung des Falls Weißmann, die Streichung eines signifikanten Teil des Budgets und das Dauerfeuer aus der FPÖ, auch in den eigenen Gremien: Die am Dienstag bestellte ORF-Führung steht vor großen Herausforderungen und wird sich schnell in die Materie einarbeiten müssen. Das gilt vor allem für Clemens Pig und seine neue Finanzdirektorin Silvia Lieb, die aktuell noch CEO der Moser Holding ist. Lieb kündigte bereits an, dass sie bei den vorzunehmenden Einsparungen nicht nach dem Rasenmäherprinzip vorgehen werde. Denn obwohl man rechtlich gegen die Streichung der 93 Millionen Euro vorgeht, muss zwingend mit einem Szenario geplant werden, in dem das Geld fehlt.

Timo Niemeier, dwdl.de, 12.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)